Monika Benge - Traumschiffe


Direkt vor meinem alten Scheunen-Atelier fliesst der Main.

Die darauf fahrenden Schiffe, die im November aus dem Nebel gespenstisch und wie aus dem Nichts leise auftauchen, haben meine Fantasie angeregt und mich zu einer Werkgruppe von 10 Schiffen inspiriert.

Der Rumpf aus Ton oder Schwemmholz, die Takelage aus alten Hanfsäcken, beladen mit verrostetem Werkzeug, die Gallionsfiguren aus Tonfragmenten meiner Bronzen, holzwurmzerfressenen Gerätschaften aus vergangener Zeit, Muscheln, Taue, Ketten  und sonstigen unbrauchbaren und auch unmischbaren Materialien finden sich zu einer ganzen Armada von wild  anmutenden Booten.

Sie sehen archaisch aus, fast lebendig und doch gleichzeit wie archäologische Funde. Ich gab ihnen klangvolle Namen wie Emily, Argo, Die Wagner, Venus, Wikinger, Odyssee  oder Nautilus. Es ist die alte Sehnsucht nach Natur, Meer, Weite, Freiheit, die von diesen zusammengebauten Fundstücken angesprochen wird. Etwas Trauriges, Vergängliches geht von ihnen aus. Sie scheinen auf dem Weg in das Schattenreich zu sein. Die Galionsfiguren schweben wie Todesengel voraus.

 

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